Die Geschichte der Heimstätte Bärau

1784

Gründung, Bau und Inbetriebnahme der ersten Armen-, Arbeits- und Erziehungsanstalt auf dem Kastellacker bei Langnau (heutiges Areal Lauterburg) durch den Landvogt Gottlieb Friedrich.

 

1812–1814

Neubau eines dreistöckigen Hauses am Standort des jetzigen Verwaltungs- und Gastronomiegebäudes für "500 Seelen".

1820

Das Ramserengut – der Grossteil des heutigen Landwirtschaftsbetriebes – wird erworben.


1830

Im „Bärau-Spittel“ leben über 80 Kinder


1848

Der Kanton Bern pachtet den Betrieb und betreibt eine Staatsanstalt für „Arme, Arbeitsunfähige und Gebrechliche“. Die 9 Gemeinden des Amtes Signau erhalten lediglich 44 Platzrechte bei über 900 ausgewiesenen Bedürftigen.


1866

Alle weiblichen Insassen der Armenanstalt werden in die neu errichtete Anstalt in Hindelbank (heutiges Frauengefängnis) überwiesen.


1880

Die reine Männeranstalt beherbergt noch 335 „Versorgte“.


1888

Der Kanton Bern kündigt das Pachtverhältnis, da die Gebäude in einem elenden Zustand sind.


1891

Die Staatsanstalt in Bärau wird aufgehoben. Die Bewohner zügeln inkl. der Verwaltung in ein umgebautes Kloster in Frienisberg im Seeland, welches als neue staatliche Institution geführt wird.


1892

Das alte Holzgebäude von 1814 wird abgerissen. Die Gemeinde Langnau erstellt ein kleineres Gebäude für 50 – 60 „Pfleglinge“.


1897

Das neue Armengesetz des Kantons Bern überträgt die Verantwortung der Armenpflege- und Unterbringung den Gemeinden. Verschiedene regionale Bezirksanstalten werden gegründet (Utzigen, Worben, Riggisberg, Kühlewil, Wiedlisbach, Friensiberg). Die Gemeinden des Amtes Signau erwerben die Liegenschaften in Bärau und gründen am 20. April die Genossenschaft.


1898

Inbetriebnahme der neugegründeten Bezirksanstalt mit 50 „Armen“. Gleichzeitig wird das Gebäude für 250 Bewohner erweitert.


1899

71 Bewohner ziehen aus Frienisberg zurück nach Bärau. Bewohner aus Genossenschaftsgemeinden ziehen nur zögernd ein.

 

1903 – 1912

Weiterhin geringe Auslastung. In den Gemeinden ist weiterhin eine Abneigung gegen die Anstalt festzustellen. Die Erinnerung an alte Zeiten ist lebhaft.

 

1914 – 1920

Schwierige Phase während der Zeit des ersten Weltkrieges und danach aufgrund von Versorgungsengpässen.

 

1923 - 1938

Neubau der Anstalt mit vier zentralen Gebäuden und der Kirche (1938). Davon sind zwei Gebäude (Buchen- und Kastanienhaus) sowie die Kirche heute noch mit anderer Nutzung in Betrieb.

1928 – 1947

Ausweitung und Vergrösserung des Betriebes. Anpassung an die moderne Armenpflege. Bis 1947 ist die Anstalt auf 32 Gebäude mit einer Versicherungssumme von CHF 1.2 Mio. angewachsen. Der Landwirtschaftsbetrieb übte eine wichtige Trägerfunktion bezüglich Versorgung, Beschäftigung und Ertragsbildung aus. Zukauf der Sömmerungsbetriebe Gmünden und Oberhohenmatt. Höhepunkt der Viehwirtschaft; die Bärau-Herde ist ein Vorzeigebetrieb.


1956

Rückgang des Bewohnerbestandes. Arbeitsfähige Menschen werden in den Landwirtschaftsbetrieben der Region beschäftigt. Die Anstalt beherbergt mehr und mehr nur noch alte Knechte und Mägde.


1960

Einführung der Invalidenversicherung in der Schweiz. Entlastung der Armenfürsorge in den Gemeinden.


1963 

Beginn der Gesamtplanung zum Umbau der Anstalt zum Pflegeheim. Anstelle der zentralen Gebäude werden einzelne Wohnhäuser für einzelne Wohngruppen vorgesehen.


1967 – 1970

Umsetzung des Bauprojektes mit 7 neuen Häusern und diversen Umbauten.
Eröffnung des neuen Pflegeheim Bärau am 15. Mai 1970.


1972 – 1990

Das Pflegeheim Bärau wurde mit erheblichen öffentlichen Mitteln auf eine neue Basis gestellt und erweist sich als modernes Wohn-, Alters- und Pflegeheim. Es findet die Anerkennung durch Fachleute und Behörden. Stark ansteigende Personalkosten. Das Heim verfügt über zirka 370 Heimplätze.


1982

Erweiterung des Wohnbereiches mit dem Wohnheim Dreitannen auf der Westseite des Areals.


1984

Bau und Inbetriebnahme der Behindertenwerkstätte für und durch die BWO (Behindertenwerkstätte Oberemmental) auf dem Grund des Pflegeheims Bärau.


1992

Gründung der Stiftung Heimstätte Bärau, welche künftig für den Betrieb des Heimes zuständig ist. Der Genossenschaft obliegt die Immobilien- und Vermögensverwaltung.


1996 – 2002

Um- und Neubau der eigenen Betriebe (Landwirtschaft, Gärtnerei, Gastronomie, Wäscherei)


2004 – 2007

Abriss der Bewohnerhäuser und Bau von neun neuen Häusern in Minergiestandard und vollständig neuen Betriebskonzepten.


2004

Umbau der ehemaligen „Rosschür“ zum Kreativen Arbeiten, einem modernen Beschäftigungsbetriebs mit diversen Ateliers.


2006

Übernahme des Areals Lauterburg durch die Genossenschaft.


2007

Übernahme der Wohngruppe mit autistischen Menschen der Raffaelstiftung Konolfingen ins neue Weidenhaus.


2011

Beschluss, das gesamte Wohnangebot auf Einerzimmer umzustellen.

 

Fortsetzung folgt

 

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